Vertrauen in Daten schaffen – Datenanalyse und Datenschutz

Wir leben längst in einer digitalen Welt. Dank immerzu fortschreitender Technik können wir über Smartphones rund um die Uhr online sein und tragen damit unsere privaten als auch geschäftlichen Daten permanent mit uns. Jeder digitale Vorgang hinterlässt auch digitale Fußspuren. Mit Hilfe gesammelter und ausgewerteter Daten lassen sich wichtige Aussagen und Entscheidungen treffen. Sind dabei personenbezogene Daten betroffen, so sind auch datenschutzrechtliche Aspekte zu beachten.

Datenanalysen können helfen

Auch Unternehmen nutzen Datenanalysen zu Marketingzwecken und zur Entscheidungsfindung und können so besser und schneller auf Wünsche von Kunden eingehen, ihre Risiken (Kosten) minimieren und den Umsatz steigern. Umgekehrt können falsche Angaben sogar erhebliche Schäden wie einen Börsencrash oder falsche Dosierungen von Medikamenten verursachen.  Dafür ist es wichtig, dass die angegebenen und ausgewerteten Daten auch korrekt sind.

Verbraucher misstrauen dem Datenschutz

Der Datenschutz in Unternehmen und die Datenanalyse an sich, sind in den letzten Jahren in Verruf geraten. Datenschutz-Skandale, von der NSA-Affäre über Cyber-Hacking bis hin zur Weitergabe interner Kundendaten an Dritte ohne Zustimmung der Kunden und aufgeregte Datenschutz-Debatten in der Öffentlichkeit haben dazu beigetragen, dass das Vertrauen der Verbraucher in den Datenschutz bei Unternehmen enorm gesunken ist. Laut einer Studie (Ovum) und des britischen Marktforschungsunternehmens Opinion misstrauen fast die Hälfte der Verbraucher dem Unternehmensdatenschutz (Kuntz, ZD-Aktuell 2016, 04961). Trotz der hohen Skepsis und Unsicherheit sind deutsche Bürger zudem erstaunlicherweise schlecht aufgeklärt darüber, was mit ihren Daten passiert. Das führt dazu, dass die Bereitschaft der Kunden persönliche Daten überhaupt und korrekt anzugeben, ebenso gesunken ist. Wie lässt sich das verhindern?

Vertrauen aufbauen

Die Sorgen der Kunden gilt es ernst zu nehmen. Fakt ist, beide brauchen einander. Ohne korrekte Daten keine korrekte Datenauswertung. Und ohne Vertrauen keine korrekten Daten. Es ist somit wichtig, das Vertrauen der Kunden zu gewinnen, damit auch Unternehmen den Daten vertrauen können.

Neben den drei vertrauensbildenden Maßnahmen für die Datenanalyse „Qualität der Daten“ (aktuell, genau, Herkunft), „richtiger Verwendungszweck der Daten“ (richtige Daten in richtigem Zusammenhang ausgewertet) und „zutreffende Ergebnisse“, spielt hierbei die vierte Maßnahme „Integrität“ eine wichtige Rolle. Dabei müssen die Datenerhebung und die daraus folgenden Vorhersagen auch moralisch vertretbar sein.

Was schafft Vertrauen?
  1. Transparenz

Den Verbrauchern einfach und verständlich erklären, was mit ihren Daten geschieht und worin ein individueller Vorteil für sie liegt. Das größte Problem ist die Angst vor dem Unbekannten. Am meisten vertrauen Verbraucher den Unternehmen, die ihre Daten nicht an Dritte weitergeben und nur intern verwenden. Zudem ist die vorhandene Datensicherheit nach außen zu kommunizieren.

  1. Vorhandene Sicherheitssysteme und -prozesse überprüfen

Die Datensicherheit – vor allem auch für mobile Endgeräte und Clouds – überprüfen und stets anpassen. Nur ausreichende Schutzmaßnahmen können Datensicherheit gewährleisten.

  1. Sich an den Datenschutz halten

Nur mit Einverständnis der Kunden über ihre Daten verfügen und nur in den erlaubten Grenzen.

  1. Selbstverpflichtung und Auszeichnungen

Auch Datenschutz-Zertifizierungen und sog. Compliance-Regelungen (vom Unternehmen selbst gesetzte ethische Standards und Anforderungen) schaffen mehr Vertrauen.

  1. Fehler eingestehen

Auch bei Datenpannen ist eine offene und ehrliche Kommunikation von Vorteil. Fehler nicht eingestehen senkt Seriosität und Glaubwürdigkeit des Unternehmens. Wer Fehler eingesteht, kann für seine Ehrlichkeit mit Vertrauen belohnt werden.

Datenschutz ist keine Hürde

Unternehmen müssen umdenken und den Datenschutz nicht als Feindbild sehen. Der Irrglaube Datenschutz stehe korrekten Datenanalysen im Weg und verfälsche die Ergebnisse ist weit verbreitet. Im Gegenteil erzeugt der sichere Umgang mit den Daten und die offene Kommunikation einen Vertrauensbonus, was wiederum die Kundenbereitschaft erhöht korrekte Daten preiszugeben. Das verkennen einige Unternehmen. Daher kann ausreichender Datenschutz sogar für die Analyse von Daten von Vorteil sein, wenn Unternehmen sich diesen zunutze machen.

Der Datenschutzbeauftragte steht Ihnen bei Fragen zu den gesetzlichen Anforderungen von Datenschutz und Datensicherheit gerne behilflich zur Seite.

 

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie gerne: RA Nicole Schmidt, LL.M.
Leistung: Beratung Datenschutzrecht

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